Thursday, May 15, 2008
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Das schreit zum Himmel
Das Problem PDF Drucken E-Mail

Es war einmal ein schweizerisches Geldinstitut, das hatte ein Problem. Und das Eigenartige an dem Problem war, dass es fast von Tag zu Tag an Grösse gewann. Das Problem bestand vor allem darin, dass die Bank viel zu viel Geld an- und einnahm. Das kam daher, dass eine zahlreiche und motivierte Belegschaft auf sämtlichen Stufen und in allen Bereichen täglich einen aussergewöhnlich guten Job machte, die Kunden gut betreute, Anlagen vermittelten und die das Vermögen ihrer Clientèle zu mindest nicht schrumpfen liessen.

Leider gab es, wie das halt so oft gesehen werden muss, ein paar Mitarbeiter, denen nicht unbedingt das Wohl der Bank und der Kundschaft prioritär war, sondern ihr Bonus. Sie kamen auf die Idee, Goldbarren zu kaufen, die sich locker mit Gewinn weiterveräussern liessen. Die Goldbarren waren einzeln in Schachteln verpackt, wahrscheinlich deshalb, dass sie keine Kratzer bekamen. Der Handel mit den Schachteln war immens, die Verkäufe gewaltig, man kaufte nicht nur auf Rechnung der Kunden sondern baute riesige, eigene Bestände auf. (Gier frisst Hirn!) Und so wuchs das Problem mit jedem Tag in die Höhe.

Oben an der Spitze war ein Mann angesiedelt, der zwar ein gewiefter Banker war, aber offensichtlich nicht wusste, was unter Risk Management zu verstehen wäre. Wäre der Mann so fähig gewesen wie es seine Reputation war, er hätte zumindest angeordnet, dass da und dort ein paar Kontrolleure in die Schachteln mit den Goldbarren hineingeschaut hätten. War ja nicht nötig. Andere Banken haben die ja auch gekauft und die Federal Express, die die Schachteln beförderte hat immer wieder ausgesagt, das Transportgut sei unheimlich schwer.

Das Problem der zu hohen Mittel wuchs immer noch, die Bank hatte noch mehr Geld angehäuft. Etwas musste geschehen. In der Absicht, das Problem zu entschärfen hat sich der Boss der Bank auf seinen Sessel geklebt. Denn nur wenn weiterhin Management by Champignon (alles im dunkeln lassen und von Zeit zu Zeit ein wenig Mist drüber streuen) betrieben würde, könnte er als oberster Unternehmensleiter das Problem der Bank lösen.

Es kam irgendwann aus, dass in den Schachteln lediglich Eisenplatten enthalten waren. Irgend so ein einsamer Rufer in der Wüste muss in eine Schachtel geguckt und den Sachverhalt ausgeplaudert haben. Das Erschrecken war abgrundtief, das Debakel wurde von Monat zu Monat grösser. Das einzig Tröstliche war, dass man nicht der alleinig Dumme war. Andere Banken haben die Eisenplatten genauso in rauhen Mengen angestapelt. Aber es wurde zur rabenschwarzen Krise. Nun wurden Konzernleiter gefeuert, Abteilungen zu Sündenböcken gestempelt und Ausreden formuliert wie "die Eisenplatten sind leider nicht auf unseren Radarschirmen aufgetaucht". Als gute Geste bot der Boss an, auf seinen Bonus zu verzichten.

Einen Monat nach einer ausserordentlichen Generalversammlung, an welcher man noch den Anschein erwecken wollte, man hätte auch nur irgend etwas unter Kontrolle und Armageddon finde dann doch nicht statt, platzte wieder so eine düstere Erkenntnis in die Redaktionen der Wirtschaftspresse, dass es eigentlich ungebremst und im gleichen Stil weiter geht. Man findet immer noch und immer mehr Schachteln mit Eisenplatten drin, komisch, man hat doch gedacht, alle Schachteln geöffnet zu haben.

Was längst überfällig war, geschah dann doch noch. Der oberste Boss musste abtreten. Sein Kommentar zum "Rückschmiss":

"Ich war Teil der Lösung des Problems."

Moment mal. Irgendwie hat der Mann ja recht. Man kann es auch so sehen. Das Problem bestand ja darin, dass die Bank zu viel Geld besass resp. ihr anvertraut worden ist. Und er hat doch in mutiger und unerschüttlicher Tatkraft geholfen, das Problem zu lösen. Die Bank hat ja jetzt 45 Milliarden weniger.

 

 
Exorzismus PDF Drucken E-Mail

Einem Bericht der Sonntagszeitung vom 9. März 2008 zufolge will die Katholische Kirche den Kampf gegen den Teufel intensivieren. Dazu sollen bis zu 3'000 Exorzisten, also Teufelsaustreiber, in Dienst genommen werden. Ich verstehe ja, dass diese Organisation mit solchen frühmittelalterlichen Hirngespinsten einen Marketing-Gag pflanzen will, um von ihren wirklichen Problemen abzulenken. Meines Erachtens wäre es wesentlich sinnvoller, sie würde eine stattliche Anzahl von Psychiatern und Psychologen einstellen, um ihre schwule und pädophile Priesterschaft zu betreuen. Damit nicht noch mehr "Seelsorger" ihre verklemmten und unterdrückten Triebe an unserer Jugend auslassen. Und wenn schon nach dem wahren Teufel gesucht wird, er sitzt ganz oben auf dem "heiligen" Stuhl.

http://www.sonntagszeitung.ch/home/artikel-detailseite/?newsid=15399

 
Aus aktuellem Anlass PDF Drucken E-Mail

ImageNachdem letztes Jahr in Kalifornien 400 sexuelle Übergriffe durch katholische Priester bekannt wurden können wir heute feststellen, dass auch die schweizerischen Vertreter dieser Organisation Erfahrung in solchen Dingen haben. Es scheint ein verbreiteter Brauch zu sein..