| China - der ausführliche Reisebericht |
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Eine Kurzfassung über unseren Trip nach China steht ja schon weiter unten auf dieser Site. Für alle, welche über unsere Erlebnisse vertieft lesen möchten, folgt hier ein ausführlicher Reisebericht. Unsere Reise ins Land der Mitteein Reisebericht von Chris
Seit Frühjahr 2007 haben wir uns auf die Reise gefreut, endlos schien uns damals die Zeit, bis wir dann losfliegen würden, doch das Jahr war rasant verflogen und schon war der zuerst gefühlsmässig weit entfernte Reisetermin schneller da, als wir meinten. Gebucht haben wir eine Reise „China Highlights“ bei der deutschen Marco Polo, weil die anerkanntermassen grosse Erfahrung mit Asien-Reisen hat und weil ich im 1989 schon mal mit diesem Tour Operator in China war und schon damals alles perfekt geklappt hat. Hier eine Chronologie der Reise.
Samstag, 22. September 2007 Da wir uns erst um 10 Uhr mit Heinz und Trudi verabredet hatten, war noch reichlich Zeit, in der Konditorei Pfenninger in Goldau ein Frühstück zu uns zu nehmen, wo Rosemarie und Fritz Herzog hinzu gekommen sind, um uns eine gute Reise zu wünschen. Komisch, keine Aufregung, keine Nervosität, in völliger Normalität haben wir gefrühstückt und geschwatzt. Dann doch: los gehts. Punkt 10 Uhr treffen Heinz und Trudi ein, das Gepäck ist verladen, die Luzia geküsst, Abschied genommen. Wir fahren via Zürich in Richtung Flughafen Kloten. Nach Abgabe des Autos bei der Autobahnhof Sprenger, gemütliches Einchecken für den Lufthansa Flug nach Frankfurt. Zu diesem ist nichts zu bemerken, war ja auch bloss ein Hüpfer von 50 Minuten. Dann das grosse Warten am Flughafen Frankfurt. Doch gut, dass wir ausreichend Zeit hatten, wir haben uns die Boarding Cards früh sichern können und ich habe auch noch einen Exit Row Seat ergattern können, damit ich meine Beine etwas ausstrecken konnte. Nach einem Imbiss im Restaurant, einem Ice Cream, nochmals einem Bier... dann wars Zeit zu boarden. 19.40 Boarding Time, Take-off um 20.20 Uhr. Der Flug nach Beijing war non-stop, mit einer 747-400 der Air China. Ein passabel erhaltener Flieger und die Sitzreihen waren allgemein geräumiger als ich befürchtet hatte. Und für mich war es ohnehin einigermassen komfortabel, dank Exit Row. Der Take-off des randvollen Jumbos war ein Erlebnis der besonderen Art. Dass er die Runway praktisch voll ausnützen musste, war zu erwarten, aber dass es während dem Gear-up knatterte, schüttelte und Geräusche machte, als würde irgend etwas nächstens demontieren, war nicht gerade angenehm. Vermutlich hat der Pilot die Räder nicht gebremst, bevor sie eingezogen wurden, wie das eigentlich Praxis wäre. Deshalb haben diese noch mit grosser Geschwindigkeit gedreht, während sie in die Schächte eingezogen wurden und das hat dieses recht eklige Geräusch entwickelt. Aber da auch nach zwei Minuten immer noch ein stabiler Steigflug raus aus Frankfurt zu realisieren war, war mein Vertrauen in die Gesellschaft und in die Bedienpersonen des Fluggeräts wiederhergestellt. Meine Mitreisenden waren ein Päärchen, sie eine etwa 23 jährige Chinesin, er ein etwa 25 jähriger Däne. Sie hätten sich in Dänemark kennengelernt und geheiratet, nun würden wie wieder mal nach China fliegen, um Verwandte zu besuchen. Sie hat ganz passabel englisch gekonnt, war auch nach kurzer Zeit aufgetaut und erzählte von China, von der Sprache usw. Er war eher stupide, ein monotones und ständiges „Yeah.... yeah..... yeah“ war so in etwa sein abschliessender Beitrag zur Konversation. Da der Flug nach Osten war, haben wir auch die Nacht in kurzer Zeit durchflogen, schon bald wurde es wieder hell und die Videoanzeige vermeldete, dass wir in etwa nördlich von Novosibirsk waren. Gewaltig, wie gross dieses Land ist. Allein von Frankfurt bis zum Ural ist es endlos weit, und das ist ja erst der Anfang. Nu ja, an lange Flüge hab ich mich ja ausreichend gewöhnen können bislang und irgendwann kam dann der zweite Service in Form eines Frühstücks und bald darauf der Descent in Richtung Beijing. Die Landschaft unten wurde hügelig bis gebirgig, braun in braun vom Farbton her und schon bereits ein wenig fremd.
Sonntag, 23. September 2007 – Ankunft in Beijing Die Landung war ok und beim taxeln an das Gate wurde uns auch bewusst, wie riesig der Airport war, ich schätze mal drei mal Zürich... Passkontrolle, ein freundliches „Ni hau“ meinerseits, kritische Prüfung meines Visums und klatsch, klatsch, klatsch, drei Stempel gaben mir die Freigabe zum Eintritt in das Reich der Mitte. Zollkontrolle, easy, exit ins Terminal. Etwa vier Dutzend Chinesen mit beliebigen Schildern und Namen drauf haben uns empfangen, etwa drei Tour Operators waren auch auszumachen, bloss das Schild „Marco Polo“ hat durch Abwesenheit geglänzt. Trotz intensiven Ausschau haltens war nichts auzumachen. Toll, das fängt ja gut an.Unsere Frauen bewachen die Koffer, Heinz geht in die eine Richtung, ich in die andere... nichts. Niemand. Plötzlich haben wir eine Familie entdeckt, mit den gleichen Kofferschildern und deshalb offensichtlich zu uns gehörend. Jawohl, auch Marco Polo. Erstes Aufatmen. Zum Glück kommt Heinz auf die grossartige Idee, sich gegen den Menschenstrom nochmals Richtung Ausgang durchzukämpfen. Und nun, eine kleine Chinesin mit einem noch kleineren, fotokopierten Marco Polo-Logo stand an der Abschrankung. Grosse Erlösung und allmählich hat sich die Gruppe vervollständigt. Wir waren, bis auf zwei Mitreisende, vollständig. Fast eine Stunde haben wir gewartet und irgendwann mussten wir denn halt doch los. Die beiden Fehlenden würden uns schon finden, es sei denn, sie seien möglicherweise gar nicht auf dem Flug von FRA nach PEK gewesen... Die lokale Reiseleiterin ist zu uns gestossen und wir sind zum Bus marschiert.
Was auffällt, ist der überall gegenwärtige Blumenschmuck, die liebevoll gepflegten Sträucher, Rabatten, bewachsene Denkmalumrandungen. Das Gartenbauamt von Beijing leistet wirklich ganze Arbeit, und das nicht nur hier, an einer touristischen Sehenswürdigkeit. Und das Zweite, was ins Auge sticht, ist die absolute Sauberkeit der Strassen und Plätze. Weit und breit ist nicht ein Papierfetzchen, eine Zigarettenkippe geschweige denn eine Cola Dose auszumachen. Auch Graffities gibt es nicht. Wahrscheinlich würde das besprayen eines Gebäudes mit fünf Jahren Arbeitslager geahndet. Wie auch immer, ich würde der Zürcher oder Berner Stadtregierung eine Studienreise nach Beijing zwecks Anschauung einer sauberen Stadt wärmstens empfehlen. Zum Glück wird überall Wasser in 6dl Pet Flaschen verkauft, schon der Busfahrer hat uns damit ausgestattet. Drei Flaschen für zehn Yuan, was in etwa einem Euro entspricht. Wirklich kein überrissender Preis und darauf war erst noch ein Depot enthalten, was dazu führt, dass überall arme Leute präsent waren, die jede als leer erkannte Flasche sofort in einen Sack steckten. Schon beim Öffnen der Bustüre waren sie gegenwärtig und man konnte sie durch die Abgabe einer leeren Flasche sichtlich glücklich machen. Und... die Stadt bleibt sauber. Wir fahren mit dem Bus weiter zum Himmelstempel, einer fantastischen Anlage, die damals für den Kaiser errichtet wurde, damit er seine Gebete zum Himmel entsenden konnte. Die Busfahrt zieht sich etwa über eine halbe Stunde hin, alles über drei- bis vierspurige Stadtautobahnen, geschmückt mit Rabatten und Blumen und gefüllt mit Autos, Bussen, LKW’s und das in Menge. China hat in der Tat begonnen, Auto zu fahren. 1989 waren noch Ströme von Fahrrädern zu sehen, jetzt Ströme von Autos. Beijing ist riesig. Die Nord-/Süd-Ausdehnung beträgt heute 170 km, von Osten nach Westen sind es 160 km. Für Schweizer eine doch eher grosse Stadt, bewohnt von 15 Mio Einwohnern und 3 weiteren Mio sich illegal hier aufhaltende Leute. Gigantisch, man kann stundenlang busfahren und sieht Hochhäuser, Hochhäuser, Autobahnen und nochmals Hochhäuser. Erstaunlich ist die Tatsache, dass die meisten Autos so zwischen neu und max 5 Jahren scheinen, alte Klapperkisten sieht man eigentlich nicht. VW ist gut vertreten, aber auch Audi, BMW und Mercedes. Und durchaus nicht nur die bescheideren Modelle. Daimlers gibt es in der 100'000 Euro Klasse zu Hauf und auch fette Jeeps und Porsche Cayennes fehlen nicht. Die Reiseleiterin erläutert, dass in Beijing täglich eintausend Fahrzeuge neu zugelassen würden. Gute Nacht, wo führt das hin, teilweise ist der Verkehr ja jetzt schon kollabiert.
Der Abend endet mit einem gemeinsamen Abendessen im Hotel, gesponsert von Marco Polo und geleitet von Lu, die hier in einem ersten Auftritt bewies, dass sie sehr energisch sein und sich durchsetzen kann. Einer aus der Gruppe gab ihr sogleich den Übernamen „unser General“. Na ja, leicht übertrieben, aber ich denke, wenn man so einen Haufen Europäer hüten muss, dann braucht es auch ein wenig Durchsetzungsvermögen. Zum Glück sind nun auch die beiden Mitreisenden eingetroffen, die wir am Flughafen Beijing nicht zu Gesicht bekommen haben. Sie haben bei Marco Polo Hotline Deutschland angerufen und den Rat bekommen, direkt ins Hotel zu fahren. Dort angekommen fanden sie ziemliche Ratlosigkeit an der Reception vor, denn man wusste nichts von einer deutschen Gruppe. Aber irgendwer hat dann den Tipp gegeben, wir seien nun im Hotel Oriente, das aber auf chinesisch natürlich ganz anders hiess, was den Taxifahrer dann auch reichlich verwirrt haben muss. Trotzdem, sie haben es geschafft, sie sind zu uns gestossen. Allgemeine Erleichterung hat sich breit gemacht. Das Abendessen war passabel bis gut, die meisten der Teilnehmer hatten sowieso eher gegen die Esserei mit den Stäbchen zu kämpfen und nach einem kurzen Crash Kurs haben es die meisten an unserem Tisch begriffen und der gegenseitige Wettbewerb hat beginnen können. Unnötig zu erwähnen, dass wir nach dem Dinner sehr zügig in Richtung Bett disloziert sind und anschliessend sehr gut geschlafen haben.
Ein reichhaltiges und ausgezeichnetes Frühstück ab Buffet machte uns fit für die Anstrengungen des Tages. Auf dem Programm war der Besuch des Kaiserpalastes und der Altstadt.
Danach sind wir in die Hutongs von Beijing transferiert worden. Die Hutongs sind uralte Quartiere, wo der Normal-Pekinger durchaus immer noch wohnt, die Gegend gilt nicht als heruntergekommen, sondern wird geschätzt. Ein bis zwei Geschosse haben die Gebäude in der Regel, die Strassen sind mehr verwinkelte Gässchen und deshalb wird uns auch gleich eröffnet, dass wir nun alle in Rischkas verladen würden, immer zu zweit, um von einem Chinesen durch diese Hutongs geradelt zu werden. Und schon sehen wir eine Reihe von roten Rischkas, mit Verdeck, zwei Sitzen und einem schwarzen Fahrrad vorne dran und wir werden von den Fahrern herzlich empfangen und auf die Vehikel gehievt. Auf geht’s... Als Europäer kommt irgendwie ein mulmiges Gefühl auf, dass der Mann da vorne sich abstrampelt um uns wie Paschas durch die Gassen zu fahren, aber ihn scheints nicht zu stören, es ist sein Beruf und Auskommen und wahrscheinlich verdient er dank reichlichen Trinkgeldern besser als mancher Angestellter um die Ecke. Die Fahrt durch die Hutongs ist ein Erlebnis, der Einblick in all die Hauseingänge, in die kleinen Geschäfte, den Gemüseladen, die Metzgerei mit den erhängten Hühnern und Enten, dem Schuhmacher... alles wirklich urtümliches Kleinstgewerbe. Den Löchern in der Strasse wird geschickt ausgewichen um der touristischen Fracht ja keinen Schrecken einzujagen. Dieser kommt spätestens dann auf, wenn in der vielleicht 2m 20 breiten Gasse, zu den Fussgängern rundum, plötzlich noch eine Rischka-Karawane von der Konkurrenz entgegenkommt. Nichts geht mehr, die Fahrer lachen, schnattern, schreien, ein einziges Durcheinander. Aber irgendwie geht’s. Auf wundersame Weise passieren zwölf Rischkas den Gegenverkehr von vierzehn Rischkas in einem Gässchen, das eigentlich durch eine Kolonne schon ausgefüllt wäre. Absteigen heisst es plötzlich, wir haben Gelegenheit, ein chinesisches Haus zu besichtigen. Über einen Baugraben hinweg, wo ein Dutzend Arbeiter sich bemühen, ein neues Starkstromkabel in Position zu bringen, gelangen wir über einen längeren Weg zu einem Haus, idyllisch von einer Mauer umschlossen, wie das bei allen chinesischen Häusern der Fall ist. Jeder Chinese hat irgendwo hinten im Garten ein bis zwei Kubikmeter Backsteine gelagert, falls er mal in die Lage kommt, dringend eine Mauer bauen zu müssen. Der Mauerbau-Tick ist also tief in der Bevölkerung verwurzelt und beileibe nicht auf die Grosse Mauer beschränkt. Wir werden eingelassen in den Innnenhof, wo wir uns gleich in einer ruhigen, abgelegenen Welt fühlen und nicht irgendwo in Beijing. Die Oma, die dort lebt, bessert offenbar ihr Einkommen damit auf, dass sie von Morgen bis Abend irgendwelchen Touristengruppen ihr Haus zeigt. Wir werden hineingebeten, in ihr Haus, etwa 20 Stühle stehen bereit. Wir nehmen Platz und lauschen den Erläuterungen, die simultan durch die Reiseleiterin übersetzt werden. Der Raum ist mehr spartanisch als wirklich dekorativ eingerichtet, ein Aquarium gibt es, die zwanzig Stühle für die Touristen, im Fenster hat es einen drei Zentimeter breiten Spalt. Zu bemerken ist, dass es in Beijing durchaus minus zehn Grad werden kann im Winter, das Gebäude ist also nicht wirklich nach Minergie-Standards errichtet worden. Den Zugang in die Küche gibt es auch vom Innenhof aus, eine Spüle aus Stein, ein Objekt, was wie eine Waschmaschine aussieht, Koffer und ausgediente Schachteln fein säuberlich gestapelt. Zwischen Wohnzimmer und Küche das Schlafzimmer. Alles sauber, aber doch wie vom Trödelmarkt. Ein Beo im Innenhof kann sogar sprechen: „Ni hau“ grüsst er freundlich, die Hausbesitzerin strahlt. Wir bewundern noch die paar Gemüse, die im Hof wachsen und machen uns wieder davon, uns höflich für die kurze Gastfreundschaft verneigend. Wie wir nach draussen schreiten, wartet schon die nächste Gruppe. Die Rischka-Fahrer warten auch schon draussen, ihre Fahrzeuge fein säuberlich parkiert. „Numbe thlee, numbel thlee” ruft er mir von weitem entgegen. Er hiflt mir artig auf die Karre und grinst. Er hat seine Fracht wieder. Es geht zurück zum Ausgangspunkt und ich gebe ihm das Doppelte des von der Reiseleiterin vorgeschlagenen Trinkgeldes, da ich ja auch einiges schwerer bin als der durchschnittliche Tourist. Er hat sich vor Dank fast überschlagen und wahrscheinlich nachher gleich den Dienst quittiert, weil er an diesem Tag genug verdient hat, um seine Familie unter Alkohol zu setzen. Auf der Heimfahrt ins Hotel haben wir uns erneut gewundert, wie der Strassenverkehr in Beijing ohne eine Vielzahl von ständigen Kollisionen abgewickelt wird. Es ist absolut beeindruckend, was für ein permanenter Wettbewerb unter den Fahrern aller Arten von Autos, inklusive unserem Bus, abgeht, um durch einen geschickten Spurwechsel 40 cm nach weiter vorne zu gelangen. Das Spiel läuft wie folgt ab: Ein Fahrer steht unter dem Eindruck, die andere Spur laufe ein wenig schneller als die von ihm befahrene. Sofort wird Spur gewechselt, unabhängig davon, ob es da überhaupt eine Lücke gibt. Meistens gibt es keine. Aber die Fahrer sind alle unheimlich gewandt im Erkennen, ob der andere nun wirklich nicht genügend Nerven hat und bremst, oder ob man Gefahr läuft, ihm in die Seite zu fahren, wenn man nicht in letzter Sekunde eine Vollbremsung macht. Solche Spielchen laufen unter allen Kategorien von Fahrzeugen ab. Bus gegen Auto, Auto gegen Fahrrad, Bus gegen Bus.... egal. Nervensache ist alles, irgendwie geht’s dann schon. Einmal habe ich die fatale Annäherung eines anderen Buses von links kommen sehen, wenn auch im Schritttempo, die Aussenspiegel waren auf absolutem Kollisionskurs. Ich habe nur noch gerufen: „Es reicht nicht, es reicht nicht....“ Leider natürlich nicht in Mandarin, aber der Busfahrer muss meine Tonlage richtig interpretiert haben und gab auf. Er liess, oh Wunder, tatsächlich dem anderen Bus die Vorfahrt, obwohl der von links kam, er blickte mich lächelnd an, vielsagend sein Blick welcher in etwa besagte: „Na Du Langnase, das ist unser tägliches Spiel hier in Beijing!“ In der Tat war es so, wie ein Mitreisender trefflich formuliert hat: Verkehrsregeln sind in China mehr so als unverbindlicher Vorschlag denn als wirklich ernstzunehmende Verhaltensvorschriften zu sehen. Das gilt auch für Rotlichter. Wenn sich eine Gruppe von Fahrradfahrern stark genug fühlt, um gegen den Autostrom anzukommen, dann stört ein Rotlicht die Überquerung der Kreuzung nicht allzu sehr.Fussgänger sowieso, sie halten sich für unverletzlich und kreuzen Strassen in jeder Richtung, unabhängig eigentlich von der Verkehrssituation. Einmal, beinahe hätten wir eine Frau aufgeladen... sie konnte sich nur duch einen beherzten Sprung zur Seite retten als sie merkte, dass unser Fahrer wahrscheinlich nicht rechtzeitig würde anhalten können. Zum Glück war dann auf der Spur rechts von uns nicht auch noch das grosse Überholen angesagt, sonst wäre es dort zum Unfall gekommen. Wenn auch nicht ständig, aber so jede Stunde einmal sieht man dann schon zwei Autos, wo beide Fahrer zu viel Nerven besassen, sprich, zu spät aufgaben um zu bremsen. Man erlebt dann auch dann und wann mal wüste Szenen, wo die Gegenpartei tätlich angegriffen wird und die Schlägerei von einem interessierten Zuschauerkreis begutachtet wird, ohne dass nur einer auf die Idee käme, sich da einzumischen. Oder man sieht dann die beiden Kontrahenten mit dem Handy rumtelefonieren, wahrscheinlich um ein paar Kollegen zu mobilisieren, die in der anschliessenden Auseinandersetzung hilfreich sein könnten. Tief beeindruckt vom Können unseres Busfahrers sind wir ins Hotel zurückgekehrt. Zum Abendessen waren wir an kein Programm gebunden, so haben wir vier uns entschlossen, ein Restaurant zu suchen, wo wir uns irgendwie verständlich machen konnten, dass wir gerne was essen würden. Das misslang gründlich, trotz englischer Speisekarte. Ich habe mir vorgestellt, dass wir drei oder vier Plättchen ordern könnten, umrahmt von einer Schüssel Reis, wie man sich das gewohnt ist. Fehlanzeige. Das Personal hat uns äusserst freundlich bedient und uns zu entlocken versucht, was unsere Wünsche seien. Beef... habe ich auf der Karte gezeigt. Der Junge nickte gefleissig... Shrimp... tönt auch gut, wieder ein Nicken... Was wir nicht wussten war, dass in diesem Lokal eigentlich ausschliesslich eine Spezialität, der Pekinger Feuertopf, serviert wurde. Es hatte Vertiefungen aus Kupfer in jedem Tisch und gleich nach unserem Hinsetzen wurde eine Apparatur aufgestellt, die beeindruckend war. Im Prinzip eine Gugelhopf-Form, wo die Mitte zu einem Kegel hochgezogen war. Im innern war glühende Kohle, was eine respektable Hitze erzeugte. Sofort wurde Wasser in die Form gegeben, was natürlich ziemlich bald kochte.Gemüse, Fleisch, Fisch und weiss ich was wurde in Etappen aufgetragen. Der Kellner zeigte uns, wie man die Sojasauce und die Gewürze mischt und wie man alle Zutaten, vom Gemüse bis zum Rindfleisch in das kochende Wasser einbringt, um es zu garen. Irgendwann hab ich zu Hause mal gewitzelt, dass „Fondue Chinoise“ etwas sei, was ein Chinese ohnehin nie essen würde. Seit dieser Mahlzeit bin ich mir da nicht mehr so sicher. Wir haben laufend Zutaten ins kochende Wasser geschmissen und der Kellner war beflissen, die Apparatur ständig mit neuem Wasser zu füllen. Heinz und ich waren recht begeistert von dem Essen, unsere Frauen eher nicht so. Aber nachdem es ja eine Spezialität war, haben sie mitgelitten und geistig die McDonalds der Umgebung Revue passieren lassen. In der Lobby noch einen Whisky genehmigt, der etwa gleich viel kostete wie die Auslagen des gesamten Tages und dann ziemlich schnell ab in die Heya. Auch der nächste Tag versprach, anstrengend zu werden. Die Grosse Mauer ruft...
Die Fahrt zur Grossen Mauer dauerte mit dem Bus etwa eineinhalb Stunden. Der Touristenpunkt war deutlich entfernt von Beijing, so haben wir die Fahrt mit Eindrücken von der Landschaft, von der Landwirtschaft und der Gegend allgemein überbrückt. Endlich bei der Grossen Mauer angekommen, waren wir bereits auf einem mittleren Jahrmarkt. Dutzende von Ständen, die von Strassenhändlern betrieben wurden, haben unseren Aufstieg zur Seilbahnstation umsäumt. Ein Geschnatter und Gerufe erster Güte begleitete uns während des Anstiegs. „Lolex, Lolex....“ rief einer und kam mit einem Kästchen voll gefälschter Rolex-Uhren. Billig zu haben, wie die Omegas und die anderen Uhren auch. Erstens aber, wer trägt schon eine Rolex *lach und zweitens gibt es in der Schweiz happige Bussen, wenn man gefälschte Markenartikel einführt. Dann Früchte, Lychees, Bananen, Wassermelonen, Trauben, alles war zu haben. Fächer, Chop Sticks, T-Shirts, Kalligraphie-Sets, Budda Statueten aus Bronze... das Angebot war reichhaltig und an jedem Stand identisch. Wahrscheinlich gibt es im Hintergrund genau einen Grossisten und alle beziehen sie die Ware von dort.
Ein interessant ausschauender Krieger hat sich in Rüstung und mit Speer bewaffnet zum Fototermin angeboten. Natürlich wurde er stinkig, wenn man ein Bild von ihm geschossen hat, aber darauf verzichtete, die eigenen Angehörigen daneben zu stellen, geschweige denn ein Trinkgeld für die Foto zu entrichten. Nu ja, die armen Händler haben kein einfaches Leben, aber irgendwie kommen sie mit dem Verkauf des Ramsches doch über die Runden.
Ein Intermezzo war mir auch noch gegönnt... Auf dem Mauerplateau unterhalb der eigentlichen Mauer war – offenbar für ein Fest am Abend – eine Musikanlage aufgestellt. Alles so bühnenmässig und profihaft. Und kaum gesehen, ging es los. In infernalischer Lautstärke wurde chinesischer Pop dargeboten, ab einem MP3 Player, der der Tonmeister einspies. Der Tonmeister hatte schulterlange Haare, sah wie Winnetou aus und rauchte eine Zigarette um die andere. Er hüpfte wie Rumpelstilzchen mit einem drahtlosen Mikrofon um die Anlage, laut „he ... he.... ha ... ha“ reinzubrüllen. Soundcheck auf chinesisch. Ich hielt meine Ohren zu und wartete. Es hörte irgendwann auf und alle Touristen schnauften auf. Aber die Ruhe war von kurzer Dauer. Wie sich die Touris ausgewechselt haben, fing der Grossmeister der Tonanlage, der Winnetou in seinem komischen Aufzug wieder an. Volle Lautstärke, Mik aufgedreht, wiederum sein doofes „he ... he.... ha ... ha“ reinzuquaken. Seine Lakaien haben noch ein paar Kabel herbeigeschleppt und ihren Meister bewundert. Ich blieb – noch – ruhig und gefasst. Aber als es zum dritten Mal losging – Musik voll auf und „he ... he.... ha ... ha“ da hab ich tief Luft geholt und aus voller Brust und auf Schweizer Mundart geschrieen: „Du verdammter Vollidiot, kannst du mal diesen Lärm abstellen? Meinst Du, wir wollen alles schwerhörig werden?“ – Der Lackaffe hat mich entgeistert angeschaut, die Szene war für kurze Zeit wie eingefroren. Er schritt ans Mischpult und drehte den Lautstärkeregler, auf beinahe unhörbar. Ich schrie ihm zu „Shie shie.... shie shie...“ (danke, danke), er schaute mich nochmal völlig entgeistert an, aber von da an war Ruhe. Wahrscheinlich habe ich aus chinesischer Sicht mein Gesicht verloren, aber die Ruhe war mir wichtiger. Und doch kamen mir im Nachhinein so Gefühle in mir hoch, was wohl geschehen wäre, wenn der Winnetou seine Lakaien loskommandiert hätte und ich so Kung-fu-mässig mit Fäusten und Füssen behandelt worden wären. Der folgende Ausblick von der Grossen Mauer auf die endlose Weite der Landschaft war grossartig. Die Fotos bald geschossen, Heinz und Trudi liessen es sich nicht nehmen, sogar noch einige Hundert Meter hinab und wieder hinaufzumarschieren auf dem Bauwerk. Es ist gigantisch, absolut sehenswert und eine eindrückliche Szenerie. Der Abstieg zur Gondelbahn-Station war wieder ein einziges Spiessrutenlaufen durch die schnatternden Händler. T-Sört... t-söört jur seize...bigger seize.... Das „bigger size“ ist ihnen jeweils sehr spontan entrückt, wenn sie mich schon nur aus 20 Meter Entfernung gesehen haben. Tja, ich weiss ja, dass ich nicht dürr bin, aber muss ich das vom hintersten und letzten chinesischen oder mongolischen Strassenhändler auch noch hören? Üblicherweise pflege ich die Diskussionen um mein Übergewicht eher mit meinem Hausarzt... Fahrt mit der Gondelbahn hinunter und nochmals ein grossartiger Blick, hoch zur Grossen Mauer. Phantastisch, was die da hingestellt haben, vor Tausend oder noch mehr Jahren. Nochmals ein Spiessrutenlaufen durch die Strassenhändler... dann, endlich zum Bus und kurz mal verschnaufen. Über einen gebirgigen Pass gings weiter zu den Ming Gräbern. Etwa dreizehn Kaiser wurden dort beerdigt, wobei sie das Grab des allerersten Kaisers bis zum heutigen Tag noch nicht entdeckt haben.
Ein Abgang in den Untergrund war notwendig, um die einzelnen Kavernen zu betrachten. Für jeden einzelnen Kaiser eine eigene Grabstätte, alles mit reich verzierten Tafeln erläutert. Fast wie im Trevi Brunnen in Rom haben Tausende von Besuchern hier Geldscheine hinterlassen, ein Vermögen hätte man da mitnehmen können. Aber natürlich war alles gut bewacht, und wir gönnten den verstorbenen Seelen ihre Grabbeigaben. Als sehr angenehm haben wir natürlich die Kühle genossen, da es auch hier für unsere Verhältnisse noch deutlich sommerliche Temperaturen gab. Nach dem Aufstieg ins Tageslicht führte unser Weg durch einen wunderschönen Park zurück zu den wartenden Bussen. Ich, Chris, habe von Anfang an auf den Besuch der Grabstätten verzichtet und habe mich in der Zwischenzeit bei den Strassenhändlern und den wartenden Busfahrern umgesehen. Es war lustig, wie ein Streit zwischen ihnen entbrannt war, der überhaupt keiner war. Sie haben sich angeschrien und gleichzeitig angelacht, sie boxten sich gegen die Brust und der Angegriffene weichte in einer beleidigten Pose zurück. Aber irgendwie war alles nur Show. Nach zehn Minuten des Renommiergehabes haben sie Zigaretten ausgetauscht und gelacht wie beste Freunde. Ich habe auch eine chinesische Zigarette angeboten bekommen. „Marke Gut...“ meinte der Spender. Na ja, Geschmackssache, irgendwie sehr stark und brennend.
Weiter gings dann mit dem Bus zurück nach Beijing und wie wir in die Stadt zurückgekommen sind, haben wir eindrücklich miterleben können, was ein Verkehrskollaps auf chinesisch bedeutet. Nichts ging mehr, auf einer Distanz von etwa 20 km und dreispurig. Es war einfach nur öde. Aber wahrscheinlich ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch kommt, wenn der Verkehr in Beijing noch weiter zunimmt. Und er wird. Das Abendessen haben wir wieder im Hotel, am grossen Buffet zu uns genommen, Lust um irgendwelche Restaurants zu suchen hatten wir nach dem langen Tag in der Tat nicht mehr.
Die liebe Lu, unsere Reiseleiterin hat uns schon am Vorabend klar gemacht, dass der allgemeine Weckruf um 4.30 Uhr sein würde, da die Morgenmaschine nach Xi’an sehr früh abfliege. Koffer schon am Vorabend vor die Türe stellen, um 5.00 noch ein kurzes Frühstück und los gings zum Flughafen. Wieder Air China, Inlandflug. Die Flugzeit war bloss zwei Stunden, aber die Gesellschaft hat doch ein leckeres Frühstück angeboten. Bald der descent into Xi’an, Landung und ausrollen, rein ins Terminal. Vor dem Terminal gleich der Bus, eine neue (lokale() Reiseleiterin erwartete uns bereits. Die Busfahrt hat uns unverzüglich zu der lokalen Hauptattraktion gebracht, den ausgebuddelten Terracotta-Kriegern, die der erste Qin Kaiser als Grab-Beilage vor sein Mausoleum stellen lies. Hunderte, wenn nicht Tausende von lebensgrossen Kriegern, Offizieren und Beamten, keiner gleich wie der andere, standen in dieser Halle. Ursprünglich waren sie noch mit Farbe bemalt, aber die zerstörte sich kurz nach der Ausgrabung vollends. Deshalb ist eine zahlreiche Kriegerschaft noch gar nicht ausgegraben worden. Man hofft auf neue Techniken, die die Konservation der Farben erst möglich machen wird.
Nach dem Besuch dieses wirklich beeindruckenden Kulturdenkmals wurden wir in das Hotel Diamond International Hotel verfrachtet, einmal mehr ein Hotel, das keine Wünsche offen liess. Wie angekündigt, kommt leichter Regen auf und beschränkt unsere Aktivitäten auf die Gegend rum um das Hotel. Wir wollten noch was kleines Einkaufen, gegenüber dem Hotel hatte es ein paar kleinere Läden. Für uns völlig ungewohnt war die Tatsache, dass alle Läden dort genau das gleiche Angebot hatten. Vorne ein paar Früchte, hinten ein paar Weinflaschen und Spirituosen, links ein paar Shampoos. Aber wirklich in jedem Laden genau das selbe Angebot. Angesichts der Tatsache, dass die Mini-Bar im Hotel nicht wirklich gefüllt war, wollten wir noch eine Flasche Whisky kaufen. Die gab es in jeder Menge, alles bekannte Marken... beim näheren hinsehen, aber man musste schon sehr genau hinsehen, entpuppten sich alle Labels als geschickte Imitationen. Der Red Label war genauso wenig original, wie der Jack Daniels. Optisch zum verwechseln ähnlich,. geschmacklich aber um Welten auseinander. Unser „Red Label“, den wir für 10 Euro erstanden haben, enthielt offensichtlich Alkohol, aber der Geschmack war pures Caramel, was dem Gesöff auch die Färbung verlieh.
Die Stadtmauer von Xi’an ist beeindruckend. Erstens ein wirklich uraltes Bauwerk und zweitens von den Dimensionen her überwältigend. Die Stadtmauer teilt die City in ein inneres und in ein äusseres Xi’an. Aber es werden auch grosse Anstrengungen von seiten der Stadtregierung unternommen, dass auch Gebäude anschliessend an den alten Innenteil im alten Stil gebaut werden. So sieht man Gebäude, erst in den letzten Jahren errichtet, mit den typischen, geschweiften, chinesischen Dächern. Natürlich gibt es im Innern der Gebäude auch wieder reichhaltig Souvenirs zu kaufen. Bilder, Teppiche, Kleider, Jade-Schmuck... alles was hier toll aussieht und zu Hause völlig überflüssig ist. Wir konnten uns beherrschen. Übrigens war Xi’an auch lange Jahrhunderte die Hauptstadt von China, bevor Beijing diese Ehre zuteil wurde. Xi’an hat in vielen wesentlichen Aspekten Geschichte geschrieben und war auch Ausgangspunkt der Seidenstrasse, woran ein Denkmal mitten in der Innenstadt erinnert. Als Seidenstraße bezeichnet man ein Netz von Karawanenstraßen, dessen Hauptroute das Mittelmeer mit Ostasien verbindet. Die Bezeichnung geht auf den im 19. Jahrhundert lebenden Deutschen Ferdinand von Richthofen zurück, obwohl bereits die Byzantiner eine ähnliche Bezeichnung verwendeten. Verbindungen zwischen China und Europa hat es seit ältester Zeit gegeben. Sie basierten auf dem Austausch von Handelsgütern, ermöglichten diplomatische Kontakte und beförderten auch das Wissen über die jeweils andere Kultur. Diese Verbindungen bestanden aber keineswegs kontinuierlich, liefen meist über Mittelsmänner ab und waren immer wieder von längeren Zeiträumen unterbrochen, in denen Handel, Verkehr und Austausch von Informationen behindert wurden.
Ein absolut löblicher Aspekt dieser Touristenfalle gab es dennoch: Eine Cafeteria, wo sie einen Kaffee serviert haben, der einfach nur köstlich war. Nach den absolut ungeniessbaren Kaffees in der Hotels zum Frühstück war das ein Genuss, an den ich heute noch mit guten Gefühlen zurückdenke.
Am Abend war dann wiederum eine Attraktion der besonderen Art angesagt. Die ganze Gruppe wurde in ein Restaurant geführt, um die lokale Spezialität, die Teigtaschen, nicht nur zu essen sondern erst mal selber anzufertigen. Dazu haben alle Teilnehmer eine Kochmütze auf den Kopf gekriegt und wurden kundig angeleitet, wie man solche Teigtaschen füllt. Diese kann man sich in etwa wie Ravioli vorstellen, mit dem Unterschied, dass die Chinesen es verstehen, abhängig von der Füllung der Teigtasche auch einen individuellen Charakter zu verleihen. Wenn also Ente in die Teigtasche verpackt wird, dann sieht auch die Teigtasche aus wie eine Ente, ist die Füllung aus Schweinefleisch, dann sieht auch die Teigtasche aus, wie ein Schweinchen.... Sie werden dann in Körbchen abgepackt und in heissem Dampf gegart. Ein Gang nach dem anderen ist auf die Tische gebracht worden, keine Lieferung war gleich wie die letzte. Eine sehr leckere Speise, alles in allem. Wie in China üblich, wird die Suppe zum Abschluss gereicht, und so sind auch hier Bedienungs-Frauen mit einem riesigen Suppentopf aufgetaucht und haben uns angeleitet, wie man die Leckereien auch richtig isst. Insgesamt ein gelungener Abend, der in Erinnerung bleiben wird.
Freitag, 28. September 2007 Weitere Streifzüge durch die Stadt waren für heute angesagt, zwei Wildganspagoden standen auf dem Programm. Eine grosse und eine kleine. Ich habe mich entschieden, die grosse zu besuchen und die kleine stehen zu lassen.
Einmal mehr war die Anlage auch mit einem wunderschönen Park ausgestattet, alles gepflegt wie immer. Kleine Pavillons, inmitten von Blumenanlagen, fremdartige Bäume, überall Statuetten und Denkmäler, eine einmalig schöne Anlage, selbst bei leichtem Regen. Die zweite Wildganspagode habe ich dann geskipt, um im Bus ein Mittagsschläfchen abzuhalten. Der Busfahrer hat das verstanden und hat begonnen, ein Buch zu lesen. Zwischendurch hat er den Gang des Busses feucht gewischt, sein offensichtlicher Ehrgeiz war, dass sein Gefährt jederzeit blitzsauber war. Ich habe tatsächlich ein Viertelstündchen gepennt, als mich ein veritabler Lärm aus dem Schlaf riss. Eine andere Gruppe ist angekommen.... Der Busfahrer hat mein Erwachen bemerkt und war voll von Freundlichkeit. Eigentlich war es aber doch so, dass wir uns auf chinesisch lächelnd angeschwiegen haben.
Der Transfer zum Flughafen stand bevor, abends war der Weiterflug nach Guilin auf dem Programm. Einmal mehr hat uns Air China sicher und professionell ans Ziel gebracht. Spät und müde sind wir im Guilin Plaza Hotel angekommen und haben unsere Koffer in Empfang genommen.
Samstag, 29. September 2007 Nach einem wie gewohnt reichhaltigen Frühstück haben wir den Bus bestiegen und sind zur Einsteigestation gefahren, wo die Schiffe parallel vertäut schon auf uns warteten. Die berühmte Bootsfahrt auf dem Li River war angesagt. Für 09.30 Uhr war der Departure geplant, genauso pünktlich fand dieser auch statt. Schon bald nach dem Ablegen empfing uns diese eigentümliche Landschaft in ihrer ganzen Schönheit. Die Kegelkarst-Berge waren einst aus dem Meer angehoben worden um anschliessend durch Wasser- und Winderosion wieder partiell abgebaut zu werden.
Bereits auf dem Boot hat die Reiseleiterin angekündigt, dass eventuell die Möglichkeit bestünde, dass wir Elektromobils heuern könnten, die uns aufs Land hinaus fahren würden. Wir haben abgestimmt wer das möchte und alle waren eigentlich dafür. Ein Call mit dem Handy reichte, und es war klar, dass wir die Wagen für uns reserviert hatten. 14.30 Ankunft in Yangshuo, einem Städtchen am Li River. Das Aussteigen war wieder mal ein Abenteuer. Strassenhändler haben all das angeboten, was wir eigentlich von der Grossen Mauer her schon kannten. Plus lokale Dinge, die wir genauswenig brauchten. Gefällschte Schweizer Uhren wollten wir nicht, eine Buddha Statue brauchten wir nicht und die Worte des Grossen Vorsitzenden Mao habe ich 1971 schon gekauft, in jungen Jahren also. Die Shoppingstrasse durch Yangzhuo war ein buntes Treiben zwischen chinesischen Händlern, Touristen aus allen Ländern und geschickten Taschendieben. Zwischendurch sah man wieder jemanden mit zwei Handtaschen das Weite nehmen, eine Verfolgung wäre bei diesem Tempo sinnlos gewesen. Aber wir waren ja gewarnt und in unserer Gruppe ist auch kein Schaden entstanden. Um 16.30 Uhr dann Besteigung der Elektrowagen, der Landausflug konnte beginnen. Die Fahrt führte erst durch die Ausfallstrassen des Städchens, zunehmend aber durch dörfliche Gebiete, wo wir alsbald ein erstes Mal halt machten. Ein kleiner Markt war dort, ein paar Menschen, die irgendwelche Produkte feilboten... ein wenig Gemüse, ein Stück Fleisch, von dem in regelmässigen Abständen die Fliegen verscheucht wurden. Ungekühlt, natürlich, versteht sich. Die Reiseleiterin hat uns eingebläut, dass wir nicht einfach so Menschen fotografieren sollen. Entweder mögen die das nicht, oder ein entsprechendes Trinkgeld sein im vornherein zu vereinbaren. Tiefer und tiefer drangen wir in das Bauerndorf ein, immer einfacher wurden die Gebäude. Backsteine waren als Mauern aufgerichtet, aber Verputz gab es nicht. Wozu auch. Fahrzeuge gab es, bei denen der TÜV schlagartig in Ohnmacht gefallen wäre. Dreirädrige Motorräder mit aufgebauter Kabine für 4 Personen... nichts, was es da nicht gab. Wahrscheinlich konnte man zur Not auch noch eine Kuh transportieren.
Mandarinen, Pampelmousen, Erdnüsse waren Früchte der Felder, an denen wir vorbeigezogen sind. Und natürlich wieder Bauern mit Kafferbüffeln auf den Reisfeldern. Klischee pur, genauso stellt man sich China auf dem Land vor. Und so ist es eben auch. Auf einem Bauernhof hielten wir an, um einen Augenschein zu nehmen, wie die chinesische Landbevölkerung lebt. Eine Frau hat Tofu zubereitet, aus Sojabohnen in einem Mahlstein. Sie gab aber schnell zu, dass das nur für die Schweine sei und nicht für die Menschen. Hat uns dann auch einigermassen beruhigt. Vor dem Haus war eine Wasserpumpe, wo man, wie sehr früher, Wasser aus einer Quelle hochpumpen konnte. Ein Alter hat seine Eule zum Fotografieren posiert und eine unserer Mitreisenden konnte nicht anders, als den Vogel auch noch zu streicheln. Die Vogelgrippe lässt grüssen. Wir haben ihr dann doch geraten, vielleicht wenigstens die Hände zu waschen. Auch auf dieser Fahrt ist mir dann und wann mal ein peinliches Gefühl aufgekommen. Der Unterschied zwischen den Menschen dort, die an ein paar Erdnüssen Freude haben und uns vollgefressenen Touristen... nicht ganz einfach zu verarbeiten. Aber ich denke, dass diese Menschen auf den Bauernhöfen auf dem Land noch nie CNN gesehen haben und demzufolge auch nicht so genau wissen, wie es im Westen so ausschaut. Am Schluss des Tournees noch der Besuch auf einem Wochenmarkt mit viel Gemüsen, Früchten und sonstigen Dingen, die man auch nicht braucht. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Wasserkastanien gegessen. Ich war sehr beruhigt, sie schmecken genauso wie unsere Marronis.
Lu hat uns darüber aufgeklärt, dass wir nach den Millionen Städten Beijing und Xi’an in Guilin eine Stadt besuchen würden, die eigentlich eher ein Dorf sei. Schliesslich hat Guilin ja auch nur 600'000 Einwohner... Na ja, es ist alles relativ, aber ich würde dann gern mal die Zürcher Regierung, die immer wieder vom Millionen-Zürich spricht, obwohl die eigentliche Stadt ja nur 370'000 Einwohner zählt, darüber aufklären, was wirklich grosse Städte sind.
Lu hat uns darüber aufgeklärt, dass es in einem Hotel in Guilin die weltbesten Fusszonenreflexmassagen gäbe. Es seien alles gut ausgebildete Masseure und Masseusen, die ihr Metier beherrschen würden. Die überwiegende Mehrheit hat sich für den Besuch entschlossen. Ich bin mal so mitgegangen, wollte aber meine Füsse eher nicht massieren lassen. Als ich dann aufgeklärt wurde, es gäbe auch Ganzkörper-Massagen, da habe ich in Erinnerung einer solchen in New York, spontan zugesagt. Asiaten pflegen eine Art der Verwöhnung des Körpers, die ein wirklich entspannendes und erholendes Vergnügen ist. (Kein Bild verfügbar :-) ) So wurde die Zeit bis zum abendlichen Weiterflug nach Hangzhou trefflich überbrückt. Etwas spät abends wurden wir in das Hotel Lily transferiert.
Montag, 1. Oktober 2007
Busfahrt zur nächsten kommerziell gefärbten Attraktion, einer Teeplantage, wo der weltbeste und berühmteste Drachenbrunnentee kultiviert wird. Ein Teemuseum war natürlich angegliedert und bereits im Vorhof durften wir die Messingkessel bewundern, in denen der Tee durch gekonnte Handbewegungen des Personals getrocknet wird. Wir wurden in ein Zimmer geführt, wo uns die Qualitätsunterschiede der verschiedenen Teesorten vom Geruch her, wie auch von der Färbung her näher gebracht wurden.
Schon bald hat die resolute Chinesin, die die Degustation leitete, zum kommerziellen Teil hinübergeführt. Drei Qualitäten, drei Preislagen. Natürlich sei die beste Qualität an sich das Einzige, was sie wirklich empfehlen könne und da kosteten etwa 200 g 32 Euro. Es wurden dann von unserer Gruppe auch nur zwei Dosen gekauft, was mit ziemlicher Enttäuschung aufgenommen wurde. Tja, vielleicht war es schlicht zu teuer. Am 1. Oktober haben die Chinesen ihren Nationalfeiertag. Ein Glückstag, ein besonderes Ereignis und vor allem hat die ganze Bevölkerung eine Woche Ferien. In der Hotel-Lobby haben wir dann auch noch zwei Brautpaare angetroffen, die den Nationalfeiertag und damit den Glückstag für die Vermählung gewählt haben.
Bald ging eine Riesenparty los, Ballone, Konfettis und Luftschlangen, ein Trinkspruch nach dem anderen. Lu erzähle uns, dass sich die Braut noch etwa zweimal umziehen würde, damit sie sich wenigstens einmal im tradionellen, roten Brautkleid unter die Gäste mischen konnte. Hochzeiten werden in China nicht von einem Brautführerpaar organisiert, sondern von einer spezialisierten Firma. Die ganze Ambiance, die blumengeschmückten Tore, die Tischdekorationen werden herangekarrt und nach der Feier wieder abgeräumt, um die Gegenstände beim nächsten Hochzeitsfest wieder einzusetzen. Nix Verschwendung von Frischblumen, alles aus Plastik. Ein gemeinsames Abendessen beschloss diesen Tag. Wir haben wiederum viel gesehen, aber hatten dennoch das Gefühl, dass Hangzhou noch viel mehr hergeben würde. Leider blieb es bei dem einen Tag, am nächsten Morgen war die Weiterfahrt nach Shanghai angesagt.
Die Fahrt „über Land“ war eigentich das andauernde Verbleiben in Vororten, Hangzhou und Shanghai sind mehr oder weniger zusammengewachsen. Die Landschaft wird von Fabriken, Lagerhallen und Hochhäusern zu Wohnzwecken bestimmt. Völlig unspektakulär und ohne grosse Eindrücke sind wir gegen 11.00 Uhr in Shanghai am Hauptbahnhof angekommen. Sofort wurde uns klar, dass wieder eine Metropole uns aufnimmt, eher als eine Stadt. Achtzehn Millionen Menschen bewohnen die Stadt und ich hatte das Gefühl, die erste Million schon auf dem Bahnhofplatz anzutreffen. Taschen festhalten, aufmerksam sein, Fotoapparate bewachen... wahrscheinlich gab es auf dem Platz ein Heer von lizenzierten Taschendieben.
Der Bus brachte uns als erstes in die Altstadt und zwar in einen Teil, den man als Westeuropäer schlicht als atemberaubend empfindet. Oder besser, man atmet gar nicht ein. Die Luft war eine Mischung von Urin, toten Fischen, Abfall, Dieselrauch und Hundekot und was sonst noch aus Hauseingängen an Gerüchen dazu kommt. Einfach nur widerlich. Ist das Shanghai, das vielgepriesene Shanghai? Nun, es wurde besser, wenigstens was die Qualität der Atemluft betraf. Die Menschenmassen wurden allerdings nicht weniger, im Gegenteil. Lu erklärte uns, dass wegen des Nationalfeiertags heute noch mehr Menschen in Shanghai seien, als sonst. Etwa 2.5 Mio Touristen würden sich heute zu uns gesellen, als Touristen von nah und fern und alle warenn sie natürlich in der Altstadt oder am Bund. Mitten in der Altstadt Ladenstrassen, Händler, Schnellküchen alles wird angeboten und auf der Strasse verspiesen. Dürre Hähnchen, zu Tode frittiert, Nudelsuppen in hundert Variationen, Krabben und Garnelen, Frühlingsrollen und noch dutzende, für uns nicht definierbare, lokale Spezialitäten. Unglaublich, was da mengenmässig verspiesen wurde. Im Zentrum ein grosser Platz, wäre er leer gewesen, er wäre ganz dekorativ, aber er war eben gerammelt voll. Ein Starbucks Coffee gab es auch, aber keine Chance, einen Platz darin zu ergattern. Irgendwo hinter der Menschenmasse war die Zickzack-Brücke, über die wir zum Teehaus gelangen würden und weiter in den Yu Garten.
Fahrt zum Golden Jade Sunshine Hotel, welches so schön ist, wie sein Name klingt. Ein westliches Hotel, welches keine Ansprüche nicht erfüllen würde. Tolle Zimmer mit harten Betten, schöne Nasszelle und... sogar einem Dell PC auf der Kommode. Musste ich natürlich sofort einschalten und wieder, ein chinesisches Windows XP beflügelte auch hier meine Fantasie, was da wohl wie zu bedienen wäre. Ich habe mich vorgekämpft, immer in Erinnerung daran, dass der linke Button in der Regel eine Bestätigung und der rechte für den Abbruch einer Aktion steht. Ist in China auch so. Und bald kam dann auch war englisches, und zwar der Hinweis, dass man für die Benützung der interessanten Teile, wie z.B. das Internet, einen Account haben müsse. Den habe ich mir dann an der Reception geholt und so gelang es mir sogar, Einträge auf meiner Site zu machen. Unsere Gruppe wollte gemeinsam zum Abendessen spazieren... erstes Restaurant, war keins, zweites Restaurant war voll, drittes Restaurant, passte nicht... Christa und ich haben befürchtet, dass es auf diese Weise so schnell nichts zu essen geben würde und haben in Richtung Hotel umgedreht. Dort wussten wir, dass es ein westliches Restaurant Namens Sven Hedin gibt. Wir haben fantastisch und sehr stimmig zu abend gegessen. Erstklassiges US-Beef, vom Koch meisterhaft grilliert. Heinz und Trudi kamen 1.5 Stunden später nach, weil sie auch nichts zu essen gekriegt haben.
Mittwoch, 3. Oktober 2007
Ein Mitreisender, den wir zufällig trafen, meinte, wir hätten ein gutes Gefühl gehabt, die Fähre wäre nämlich defekt gewesen und sie hätten nicht ins Hyatt gehen können. Tja, Vorahnungen muss man haben können...
Auch in diesem Hotel wurden Massagen angeboten und da diese in Guilin wirklich sehr angenehm war, habe ich mich zu einer Wiederholung entschlossen. Christa begleitete mich, allerdings wurden wir schon an der Reception getrennt, da Männchen und Weibleins separat in Behandlung genommen wurden. Ein netter Herr zeigte mir meinen Garderobe-Kasten, überwachte aufmerksam meine Entkleidung und verpackte mich in eine Art Bademantel, der natürlich viel zu klein war. Er überreichte mich nach ein paar witzigen Bemerkungen einem jungen Mann in schwarzem Karate-Gewand mit gelbem Gürtel. Er geleitete mich zum Whirlpool und stützte mich besorgt, damit ich nicht in diesen reinstürzen würde. Also sooo alt bin ich ja nun auch wieder nicht, aber für den vielleicht Zwanzigjährigen war ich natürlich ein knackiger Opa. Ach was, ich legte mich rein und genoss. Permanent überwacht von meinem Karate Jüngling, der mich unablässig angrinste. Irgendwann war genug des Sprudelns ich erhob mich, worauf er sofort wieder hilfreich zur Stelle war, um sicherzustellen, dass ich beim Verlassen des Beckens keinen Unfall erleiden würde. Das Abtrocknen erledigte er, ein etwas ungewohntes Gefühl, aber auch nicht daneben. Er verpasste mir eine Art zweiteiliges Seidenpyjama, was natürlich auch hinten und vorne nicht passte und den Jungen wieder zu angeregtem Kichern verleitete. Sollst dein Vergnügen haben, dachte ich. In einem angrenzenden Korridor wurde ich dann einer jungen Dame weitergereicht, die offenbar dazu ausersehen war, meinen Body zu entspannen. Das Top meines Pyjamas durfte ich gleich wieder ausziehen, wurde dann auf die Liege kommandiert und mit einem Badetuch zugedeckt, währenddem eine Fusswaschung über dem eigens dafür vorgesehenen Waschbecken abgehalten wurde. Liebevolles Einreiben irgend einer Creme und Verpacken der Füsse in Frottetücher und Plastiksäcke, damit diese nicht kalt würden. Die Dame, schön wie eine Lotosblüte und kaum älter als zwanzig, hat sich dann hinter mich gesetzt und den Kopf zu massieren begonnen. Bald bin ich nur noch da gelegen und habe genossen. Die Asiaten massieren völlig anders als die Europäer, aber man sieht immer ein, war sie was tun und es ist nur angenehm. In regelmässigen Abständen haben wir uns auf chinesisch angekichert und ich versuchte, ihr irgendwie klar auszudrücken, dass ich es genoss. Verstanden hat sie das sowieso nicht, aber aus meinen Reaktionen wahrscheinlich schon bemerkt. Arme, Beine, Brust, alles wurde geknetet, gestreckt, gebogen so möglich und zwischendurch wieder geklopft oder gestrichen. Kommando: Umdrehen. Verstand ich natürlich nicht, was sie belustigt dazu brachte, mir eine Zeichensprache vorzuführen, bis ich endlich begriff. Die Pflege der Rückseite war so schön wie die der Vorderseite. Fast zwei Stunden hat das alles gedauert, einschliesslich Schneiden der Zehennägel und Reingung der Ohren. Angezogen, wieder raus, Christa wartete bereits an der Reception und hat mir angesehen, dass mir das Ganze unheimlich gut getan hat. Abends sind wir gleich nochmals ins Sven Hedin Restaurant, da es wirklich erstklassig war. Diesmal haben sich Heinz und Trudi von Anbeginn an zu uns gesellt.
Den Nachmittag haben wir wieder in der Altstadt verbracht, wo wir dann auch noch die Einkäufe erledigen konnte. Trudi fand ihren Fächer und war glücklich über den guten Kauf. Etwa ein Drittel des ursprünglich genannten Preises wurde verlangt, der Ladenbesitzer fuchtelte zwischenduch immer wieder mit den Händen, als drohe der Konkurs unverzüglich über ihn reinzufallen. Als wir dann aber ein Erinnerungsfoto geschossen haben, hat er doch gestrahlt, weil das Geschäft wahrscheinlich ein so schlechtes nicht war. Abends ein organisiertes Abendessen vom Feinsten, aber für uns überwiegend ungeniessbar. Seegurken, Muscheln der eher streng riechenden Art, Hühnerfüsse... jedes dritte Plättchen konnten wir geniessen, vorweg die Gemüse. Für einen Chinesen wäre dieses Mahl in einem der besten Restaurants Shanghais wohl eine Sensation gewesen, für uns eher nicht. Und als zu guter Letzt dann die Hühnersuppe aufgetischt wurde, wo ein intaktes Huhn aus der Suppe die Essrunde anblickte, dann wollten einige von uns die Beendigung der Bewirtung, vor allem, weil wir uns daran erinnerten, dass es unten einen Häagen Dasz Eiskrem Stand gab.
Frühmorgens der Transfer zum Flughafen, erst mit dem Bus, dann im Transrapid. Eine Magnetschwebebahn, die die Stadt Shanghai mit dem Flughafen verbindet. Ein absolut überwältigendes Gefühl, mit 431 km/h die 30 km in 7 min 20 sek zurückzulegen. Erstaunlich war, dass man gar nicht wie erwartet in die Sitze gedrückt wurde, der Zug hat langsam, konstant aber doch zügig beschleunigt und bei der Marke 300 km/h, was innen angezeigt wurde, fühlte man sich nocht überaus schnell. Aber die nahe Aussenwelt raste schon in einem Tempo an einem vorbei, dass die Geschwindigkeit spürbar wurde. Einchecken im Terminal, Rückflug mit Air China, 11 h 20 quer durch Asien, Sibirien, nördlich von Moskau, südlich Schweden, Berlin, Frankfurt wo wir butterweich landeten und ans Gate gebracht wurden. Wir haben uns noch eine Übernachtung im Hotel Mercure gegönnt, da ein Anschlussflug und nochmals eine Stunde Autofahrt nach dem langen Flug zu strapaziös geworden wären.
Weiterflug nach Zürich mit Swiss, Auto abgeholt und gegen Mittag wieder glücklich und mit unvergesslichen Erlebnissen in Goldau eingetroffen.
Links in der Navigation gibt es einen Link zur Bildealerie von der China Reise. Have fun!
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Reisen 



Nach einer herzlichen Begrüssung und einer ersten visuellen Kontaktnahme mit dieser gigantischen Stadt, gab die Reiseleiterin bekannt, wir würden entgegen dem Reiseprogramm nicht im Hotel Taiwan untergebracht, sondern im Hotel Oriente. An das habe ich mich schon auf der ersten China Reise gewöhnt, kurzfristige Änderungen des Reiseprogramms sind normal.
Aber von Hotel war ja zunächst noch mal gar nichts angesagt, erst war eine erste Stadtbesichtigung geplant. Ab durch die Häuserskyline zum Tien Amen Platz, dem Platz des himmlischen Friedens. Wenn nicht gerade Studentenunruhen diesen Frieden stören, dann ist er ein fantastischer Anblick. Ein imposantes Denkmal der siegreichen Soldaten, eine Säule für die chinesischen Volkshelden, das riesige Gebäude des Mao Mausoleums mit der obligaten Menschenschlange, die dem Verblichenen noch die Referenz erweisen wollten. Zum Glück wurden wir davon verschont. Und am gleichen Platz noch die Halle des Volkes, noch monumentaler als das Mao Mausoleum, 10'000 Menschen haben in der Kongresshalle Platz, sie wird für die bevorstehende und nur alle fünf Jahre stattfindende Parteiversammlung herausgeputzt. Auf der vierten Seite des riesigen Platzes ist auch der Eingang zum Kaiserpalast, der Forbidden City, wie die Anlage auch heisst. Die Gebäude sind beeindruckend, die Temperatur auch, etwa 32 Grad war es schon, gerade richtig nach einer Nacht in einem Langstreckenflug mit wenig Schlaf aus dem kühlen Europa...
Der Himmelstempel beeindruckt einerseits durch die Grosszügigkeit der ganzen Anlage und ebenfalls mit der Schönheit der Bauwerke. Treppen, Geländer, Säulen, alles aus weissem Marmor, reich verziehrt. Die Bauten in den kaiserlichen Farben Dunkelrot, Dunkelblau und Gold gehalten und ausgeschmückt. Riesige Säulen und imposante Dachkonstruktionen, wirklich ein Genuss, das alles zu bewundern. Die erwähnte Grosszügigkeit der Anlage lässt uns aber auch langsam wieder bewusst werden, dass wir eigentlich hundemüde sind und dass eine Dusche und ein Hotelbett jetzt eigentlich eine kaiserliche Gabe wären... Wir fahren (endlich) zum Hotel, voll von Eindrücken aller Gattungen, müde, visuell überfordert, aber natürlich auch zufrieden, hier zu sein, in einer wirklich fremden Umgebung.
Eine gigantische Anlage ist diese „Forbidden City“ die verbotene Stadt, schon der Eingang beeindruckt durch monströse Abmessungen. Eingang durch das Tor, auf einen riesigen Vorplatz, umrahmt von einer Vielzahl von Nebengebäuden und Häusern. Alles für einen Kaiser und seine Hofstatt angelegt. Er, seine Frau, seine zwanzig Konkubinen, alle haben sie ihre eigenen Häuser und Gemächer bewohnt, dazu hunderte von Beamten jeglichen Grades, die teilweise auch extensiv Wohnraum zugestanden bekommen haben. Man wandert von Platz zu Tor, zu Platz und zum nächsten Tor, bis man zum eigentlichen Heiligtum vorgestossen ist. Es hiess, der Kaiser habe die Stadt manchmal jahrelang nie verlassen. Musste er wohl auch nicht, denn die Abmessungen seines Wohnraumes waren ja mehr als ausreichend. Zudem wurde ihm wohl ohnehin alles vor die Füsse gelegt, wozu also raus aus der Stadt? Brücken, Kanäle, Gärten, Goldfischteiche, alles mit der gewohnt chinesischen Akribie angelegt und gepflegt. Der Kaiserpalast ist natürlich ein „must“ auf einer Chinareise und beeindruckt durch ziemlich jeden Aspekt. Von den Abmessungen bis hin zu den Kunstwerken, von der Ausstattung der Räume bis zu den Gartenanlagen. Wirklich kaiserlich!

Eine Seilbahn hat uns dann ein paar hundert Meter in die Höhe befördert und ab Bergstation waren es nur noch ein paar Stufen, hoch zur Grossen Mauer. Ein in der Tat absolut imposantes Bauwerk. Wie eine Schlange oder ein Drachen legt sich die Mauer über Täler und über Berge, gigantisch in den Dimensionen. Leider war es ein wenig diesig und die Sicht nicht gerade grossartig, aber man hat es schon mitbekommen, die Mauer, auf jeder Seite an den Horizont reichend. Zehn Meter hoch und sechs bis acht Meter breit und.... 6'000 km lang. Unglaublich. Gegen eine Million Arbeiter sollen daran gebaut haben, während etwa 15 Jahren. Und wenn man dann noch die Topografie berücksicht und ahnt, dass jeder einzelne Stein noch zur Baustelle hochgetragen werden musste... für ein solches Bauwerk braucht es in der Tat Chinesen. Alle anderen würden vorher aufgeben.
Der Bus führte uns weiter zu der 13-Seelen Allee, ein respektables Bauwerk, wo eine Allee mit jeweils absolut identischen Tieren und Fabelwesen, zur linken und zur rechten platziert waren. Kamel liegend links, Kamel liegend rechts. Krieger stehend links, Krieger stehend rechts. Und jede der imposanten Figuren natürlich aus einem Stein gehauen. Der schnurgerade Weg durch die Allee führte in ein abschliessendes Gebäude, wo monumentale Steintafeln, von steinernen Schildkröten getragen, den Besucher mit irgendwelchen Weisheiten vertraut machten. Lesen war ja nicht unsere Stärke...
Diese Anlage wurde 1974 von einem chinesischen Landarbeiter entdeckt, als ein Brunnen gegraben werden sollte. Sofort hat er die Polizei benachrichtigt und die Augen der Archäologen wurden wahrscheinlich immer grösser, als sie das ganze Ausmass der unterirdischen Armee aus Ton erfasst haben. Der Landarbeiter sitzt übrigens immer noch im Museum und signiert Bücher, in der von seiner Entdeckung erzählt wird.
Das Wetter hat sich gebessert, ist aber noch nicht ganz gut. Für die Besichtigung der Stadtmauer und der Innenstadt allerdings kein Problem. So hatten wir halt Jacken an, als wir den Bus bestiegen haben, aber die Laune war dennoch ungetrübt.
Es konnte nicht anders kommen als das wir noch einen Pflichtbesuch in einem Shop zu absolvieren hätten. Die Reiseleiter sind angewiesen, die Touristen in lokale „Attraktionen“ mit angrenzendem Shop zu begleiten und so haben wir halt wohl oder übel eine Fabrik von Jade Kunstwerken und Teppichen besucht. Die paar Vorzeige-Schleifer gaben nicht viel her, sehen konnte man eh nicht viel, aber die gezeigten Kunstobjekte waren schon eine Augenweide, auch wenn man das irgendwie gar nicht besitzen wollte, weil es einfach nicht in unseren Kulturkreis passt. Weder von der Farbe des Materials, noch von der Machart her waren die Schmuckstücke so, dass man drauf fliegen würde. Ein Gegegenstand hat mich allerdings wirklich in den Bann geschlagen... eine Kugel aus Jade, die acht weitere, drehbare Kugeln umschlossen hat. Alles aus einem Stück gearbeitet, wohlverstanden. Dafür brauchts Chinesen... jedes andere Volk hätte wohl nicht die Geduld dazu.
Weiter ging die Besichtigungstour zum Museum der Steintafeln, einer liebevoll angelegten Anlage mit Park, Mauern, Gebäuden und in den Innenräumen die Ausstellung von uralten Schrifttafeln aus X-Jahrhunderten. Natürlich versteht man nicht die Menge, aber es ist allein durch die Angabe des Alters eine ehrfurchteinflössende Angelegenheit. Und beeindruckend war auch die absolute Ruhe, die in dem Park herrschte. Dass jenseits der Mauern der Strassenverkehr tobte, konnte man sich gar nicht vorstellen.
In Xi’an gibt es auch einen Bazar, der einer alten Moschee vorgelagert ist. Der Regen hat sich mittlerweilen auf ein erträgliches Mass zurückgebildet und so haben wir auch das noch in Angriff genommen. Der Bazar natürlich auch wieder der absolute Souvenir-Kauf-Terror, mit den gleichen Artikeln wie bei der Grossen Mauer schon, zusätzlich noch angereichert von Seidentüchern aller Art, die ebenfalls zum Europäer passen, wie Einsblöcke in der Wüste Sahara.
Irgendwann war Schluss mit Bazar und Moschee und verschiedene Reiseteilnehmer haben ein Hüngerchen angemeldet. Zum Glück gibt es auch in Xi’an einen leistungsfähigen McDonalds, dem wir natürlich einen Besuch abgestattet haben.
Die grosse Wildganspagode war ein Erlebnis. Schon auf dem Vorplatz riesige Buddha Statuen, im Hintergrund die Pagode. Im Innern ein wundervoller Buddha Tempel und vorgelagert die Möglichkeit, Räucherstäbchen und Kerzen zu kaufen, was wir natürlich gemacht haben. Es ist nie falsch, den Göttern ein kleines Opfer darzubringen.
Weiter ging es, zu Fuss durch die Innenstadt von Xi’an. Eine Allee der besonderen Art empfing uns. Im Abstand von etwa 100 Metern waren Bronzefiguren aufgestellt. Einmal waren es zwei Ringer, dann waren es Menschen, die den Grossvater besucht haben, einmal zwei Männer, die miteinander chinesisches Schach gespielt haben. Die Figuren waren von einer einzigartigen Lebendigkeit und Ausdruckskraft.
Wenn man als Laie chinesische Bilder betrachtet, so fallen die runden, zuckerstockartigen Berge auf und man fragt sich, wieso man Berge so malt. Die Antwort ist einfach: sie sind so! Die Landschaft ist einmalig. Wasserbüffel stehen im Wasser, Frauen waschen Wäsche im Fluss, Fischer haben ihre Boote bereit, mit Kormoranen bestück, die darauf waren, auf Fischfang zu gehen.
Boot an Boot gleitet den Fluss hinab. Zweistöckig sind die Boote, unten ein verglaster Aufenthaltsraum, oben das Sonnendeck. Hinten, am Heck des Bootes eine voll ausgerüstete Küche, wo bereits das Mittagessen gebrutzelt wurde. Es gab ein herzhaftes und sehr schmackhaftes Essen auf dem Schiff und es verkürzte die doch relativ lange Schiffahrt angenehm.
Vorbei an Reisfeldern führte der Trail und überall waren wieder Menschen anzutreffen, die sich für die Posierung für Fotos angeboten haben. Chinese mit Büffel, 5 Yuan, Mutter mit Baby in der geschulterten Trage, 10 Yuan, alter Mann mit Tochter, 5 Yuan. Die Leute sind den Wagen förmlich nachgerannt, wenn wieder eine neue Touristenkolonne angekommen war.
Der heutige Tag begann mit einem Parkbesuch. Es war einmal mehr ein überaus gepfegter Park, mit Fubo Berg mittendrin, den man mit etwa 130 Stufen besteigen konnte. Worauf ich natürlich auch verzichte habe. Ich habe mich unterdessen ein wenig unter die Bevölkerung gemischt und die schöne Umgebung genossen. Es gab auch noch einen Besuch von Höhlen zu absolvieren. Christa hat den Job übernommen, für mich die Fotos dort unten anzufertigen.
Weiter ging es mit einer Stunde Freizeit durch Guilin, was meine lieben Mitreisenden natürlich sofort dazu benützt haben, ein MacDonalds aufzusuchen, um unseren langsam hochkommenden Hunger zu stillen. Zum vereinbarten Zeitpunkt ging es dann aber weiter, um das bedeutenste Kunstmuseum der Provinz zu besuchen.
Ein kleiner Vortrag und eine Demonstration eines chinesischen Malers in die Technik der hiesigen Malkunst haben uns auf die Räumlichkeiten eingestimmt. In diesem Museum haben die wohl berühmtesten Künstler Chinas ihre Werke ausgestellt und auch wenn man teilweise mit den Sujets nicht so vertraut war, die gebotenen Kunstwerke waren von sehr hohem Niveau. Wenn auch fremdartig, aber mit einer unwahrscheinlichen Ausdruckskraft gemalt. Echt erstaunlich, wie es ein Maler fertig bringt, mit etwa 3 Pinselstrichen das Gesicht einer jungen Frau so darzustellen, dass sie beinahe lebt...
Zunächst absolvierten wir nach dem Frühstück einen wunderschönen Park, der unmittelbar am Westlake liegt. Wie gewohnt so gepflegt, dass eigentlich jeder Ast und jedes Blatt seinen Ort zugewiesen bekommen hat. Trotzdem darf die Bevölkerung durchaus die grosszügigen Rasenflächen des Parks in Anspruch nehmen.
Wir haben dann eine Dschunke geboardet, die uns rüber brachte auf das kleine Inselchen, mitten im Westlake. Die Fahrt war nett, der Spaziergang durch den Park auf dem Inselchen auch, aber spektakulär war es nicht gerade. Wenn man weiss, was Hangzhou an wunderschönen Gartenanlagen zu bieten hat, so war diese Bootsfahrt eher ein wenig banal.
Jeder bekam einen Becher, etwas Tee hinein und ein klein bisschen heisses Wasser. Anschliessend hat ein Kellner mit äusserst geschickten Handbewegungen den Tee aufgegossen, und zwar so, dass er dreimal mit der Kanne nach oben über den Becher fuhr. Umso erstaunlicher war, dass trotz der hastigen Bewegung nichts verschüttet wurde. Diese Art des Einschenkens sei ein traditioneller Teil der Tee-Zeremonie, weil dies Glück bringen würde.
Chinesische Hochzeiten sind völlig anders von unseren. Es hat überhaupt keinen religiösen Aspekt darin, es wird einfach gross gefeiert, dass zwei Menschen den Ehebund schliessen. Ein weisses Brautkleid ist an sich nicht Tradition, aber unheimlich schick geworden, weil es so westlich ist. Deshalb ist der erste Empfang in der Hotellobby im weissen Brautkleid, der Bräutigam in sehr teurem Anzug, man begrüsst die eintreffenden Gäste. Die Geschenke werden übergeben und die Gäste dürfen darauf hin den Festsaal betreten. Da es in China üblich ist, dass man erst heiraten kann, wenn man sich eine Wohnung kaufen konnte, ist zu verstehen, dass die Mehrzahl der Hochzeitsgeschenke aus roten Umschlägen bestunden, die offensichtlich einfach Geld enthielten. Wohnungen in Beijing, vor allem wenn sie einen einigermassen Komfort aufweisen, sind nicht gerade kostengünstig und so ist das Brautpaar wahrscheinlich um jeden Zuschuss aus dem Kreis der Familie und Freunde froh.
09.30 Uhr fährt unser Zug nach Shanghai. Die Komposition ist modern, die Waggons sehr sauber, alles mit Stoffdeckelchen, Klapptischen und sehr bequemen Sesseln. In jedem Wagen gibt es Hostessen, die Snacks und Getränke verkaufen, auch Seidenschals gibt es zu kaufen.
Die Chinesen bauten Zick-Zack-Brücken, weil die bösen Geister nur mehr oder weniger geradeaus sich fortbewegen würden und über diese Form der Brücke nicht rüberkommen könnten. Wir kamen auch fast nicht drüber, aber mehr wegen dem Gedränge. Ein kurzer Halt im alten Teehaus, für die Damen eine Gelegenheit, eine einigermassen saubere Toilettenanlage zu besuchen.
Der Besuch des Yu Gartens hingegen entschädigt umgehend für die Strapazen des Altstadt-Besuchs. Er ist schlicht einfach nur wunderschön angelegt. Teiche mit riesigen Goldfischen (also 80 cm lange schon), Steingärten, Bonsaibäumen, interessante Gebäude mit noch interessanteren Durchblicken. Absolut lohnend, aber man sollte mal reinsitzen können, wenn er für die Besucher geschlossen ist. Aber das ist er ohnehin wahrscheinlich nie.
Busfahrt zum Bund, der wohl westlichsten Meile von Shanghai. Seit Jahrzehnten der Teil der chinesischen City, wo sich das Ausland getroffen hat. Vorgesehen war der Besuch auf dem Hyatt Hotel Aussichtsturm mit einer vorangekündigten Wartezeit von ein bis zwei Stunden. Das haben sich Christa und ich nicht angetan und so haben wir uns ausgeklinkt und sind allein am Bund entlang geschlendert. Es ist wirklich eine sehenswerte Uferpromenade und die Gebäude sind interesant bis schön, was den alten Teil betrifft, absolut spektakulär und gigantisch, was die gegenüberliegende, neue Skyline anbelangt.
Spontanentschluss: Bootsfahrt am Bund entlang. Für 48 Yuan, also 5 Euro waren wir dabei. Und wir haben es nicht bereut. Wir genossen die wohl beste Aussicht auf die alte und neue Skyline von Shanghai, die man sich wünschen konnte.
Irgendwie ist es auch ein befremdendes Erlebnis, dass wir als Langnasen auch zu beliebten Fotosujets für Chinesen wurden. Man knipste uns geheim, offen, oder aufdringlich. Einmal wurde Christa von einer Chinesin ihr Baby auf Arm gedrückt, damit ein Familienfoto der besonderen Art entstehen würde. So um die Mittagszeit haben wir den Bund aber irgendwie auch gesehen, ein Taxi brachte uns ins Hotel.